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Veröffentlichung von Dr. Marco Wähner

Soziale Nachhaltigkeit in der Klimatransformation

Die Verbindung von Bürgerbeteiligung mit Digitalisierung und nachhaltiger Entwicklung stellt Städte, Landkreise und Gemeinden vor vielseitige Herausforderungen. In einem neuen Sammelband zum Thema ist auch CAIS-Forscher D. Marco Wähner mit einem Beitrag vertreten.

2. Juni 2026

Ein Beitrag von Dr. Marco Wähner, wissenschaftlichem Mitarbeiter in der Abteilung Research Data & Methods, wurde im neuen Sammelband „Nachhaltige Kommunen und digitale Partizipation“ von der Bertelsmann Stiftung und dem Weizenbaum-Institut veröffentlicht. Unter dem Titel „Soziale Nachhaltigkeit in der Klimatransformation: Wie Anreize die Bürger in Online-Konsultationsverfahren fördern“ untersucht er gemeinsam mit Tobias Escher und Katharina Holec (beide Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf), wie digitale Beteiligungsprozesse im Kontext der Klimatransformation gestärkt werden können. Grundlage der Analyse sind Umfragedaten aus dem Projekt „Citizen Involvement in Mobility Transitions (CIMT)“. 

Abstract 

Eine Herausforderung bei der Transformation zur Klimaneutralität besteht im potenziellen Konfliktfeld zwischen ökologischer und sozialer Nachhaltigkeit. So können mit ökologisch notwendigen Mobilitätsmaßnahmen soziale Auswirkungen einhergehen, die zu größerer sozialer Ungerechtigkeit und sinkender Akzeptanz führen. Vor diesem Hintergrund initiieren Kommunen regelmäßig Online-Konsultationsverfahren, um Bürger:innen zur nachhaltigen Transformation zu befragen und damit frühzeitig in den politischen Entscheidungsprozess zu involvieren. Aus der Forschung ist allerdings bekannt, dass lediglich ein selektiver Teil der Bürger:innen an diesen Verfahren teilnimmt. Dies führt dazu, dass beispielsweise Bevölkerungsgruppen mit geringerer formaler Bildung unterrepräsentiert sind und diese Verfahren damit der sozialen Dimension von Nachhaltigkeit nicht gerecht werden. Deshalb geht es in diesem Beitrag um die Frage, inwieweit einerseits das Internet dazu beiträgt, die „unüblichen Verdächtigen” zu mobilisieren, und andererseits, welche – allgemeinen oder themenspezifischen – Anreize zur Partizipation motivieren. 

Die empirischen Ergebnisse des Beitrags zeigen, dass es nach wie vor die „üblichen Verdächtigen” sind, die in Online-Konsultationsverfahren deutlich überrepräsentiert sind. Zugleich unterscheiden sich die Gruppen bezüglich ihrer Partizipationsmotive, sodass auch „unübliche Verdächtige” etwa durch die gezielte Förderung themenspezifischer Anreize motiviert werden können, an den Verfahren teilzunehmen, damit Konsultationsprozesse nicht nur ökologische, sondern auch soziale Nachhaltigkeit fördern. 

Wähner, M., Escher, T., & Holec, K. (2026). Soziale Nachhaltigkeit in der Klimatransformation: Wie Anreize die Bürger:innenbeteiligung in Online-Konsultationsverfahren fördern. In H. Riedel, A. Ullrich, Bertelsmann Stiftung, & Weizenbaum-Institut (Hrsg.), Nachhaltige Kommunen und digitale Partizipation: Analysen – Beispiele – Empfehlungen (1. Auflage, S. 137–158). Verlag Bertelsmann Stiftung. https://www.bertelsmann-stiftung.de/de/publikationen/publikation/did/nachhaltige-kommunen-und-digitale-partizipation