SAFE LEARN
SAFE LEARN („Supporting Adaptive and Flexible Education for War-Affected Students in Ukraine“) ist ein durch Erasmus+ gefördertes Kooperationsprojekt, das auf die tiefgreifenden und langfristigen Auswirkungen des Krieges auf die Hochschulsysteme in der Ukraine reagiert. Ziel des Projekts ist es, adaptive, flexible und sichere Strukturen der Hochschulbildung für Studierende und Lehrende zu entwickeln, die von Krieg, Vertreibung und langanhaltenden Krisensituationen betroffen sind.
Seit Beginn des Krieges sind ukrainische Universitäten gezwungen, unter extremen und sich ständig verändernden Bedingungen zu arbeiten. Wiederholte Unterbrechungen der Präsenzlehre, lange Phasen des notfallmäßigen Fernunterrichts, erzwungene Verlagerungen von Studierenden und wissenschaftlichem Personal, beschädigte Infrastruktur sowie ein anhaltender psychoemotionaler Druck haben Lehr- und Lernprozesse tiefgreifend beeinträchtigt. Die Hochschulen stehen vor der doppelten Herausforderung, die akademische Kontinuität aufrechtzuerhalten und gleichzeitig auf traumabezogene Bedürfnisse von Studierenden und Lehrenden zu reagieren.
SAFE LEARN begegnet diesen Herausforderungen, indem es traumasensibles Lehren (Trauma-Sensitive Teaching, TST) als einen strukturierten, evidenzbasierten und institutionell verankerten Ansatz in der Hochschulbildung einführt. Anstatt Traumasensibilität als individuelle Kompetenz oder kurzfristige Intervention zu betrachten, verankert das Projekt TST systematisch in Curricula, Lehrpraktiken, Programmen der professionellen Weiterbildung sowie in institutionellen Strategien.
Projektziele
Zu den wichtigsten Projektaktivitäten gehören:
- die Entwicklung und praktische Erprobung von traumasensiblen Lehr- und Lernmethoden,
- die Aus- und Weiterbildung von Lehrkräften sowie weiteren Bildungsakteur:innen,
- der Aufbau eines Online-Ressourcenzentrums (ORC) mit digitalen Lernmaterialien und Unterstützungsangeboten,
- die Untersuchung, wie wirksam digitale Lernplattformen und -werkzeuge sind,
- die Erarbeitung von Strategien, um traumasensible Lehre langfristig an Hochschulen zu verankern.
Mit diesen Maßnahmen trägt SAFE LEARN dazu bei, den Studienbetrieb aufrechtzuerhalten, das Wohlbefinden der Studierenden zu fördern und die Widerstandsfähigkeit von Hochschulen in Krisensituationen zu stärken.
„Mit SAFE LEARN schaffen wir eine evidenzbasierte Grundlage dafür, wie Universitäten Bildung in Krisenzeiten sicher und ethisch verantwortungsvoll gestalten und unterstützen können.“
Dr. Tetiana Gorokhova
SAFE LEARN - Supporting Adaptive and Flexible Education for War-Affected Students in Ukraine
Projektlaufzeit: 10/2025 bis 09/2028
Gefördert durch Erasmus+
Ansprechpartnerin

Dr. Tetiana Gorokhova
tetiana.gorokhova@cais-research.de
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Forschungsschwerpunkt am CAIS
Im Rahmen von SAFE LEARN ist das Center for Advanced Internet Studies (CAIS) für die Erforschung der digitalen, ethischen und gesellschaftlichen Dimensionen traumasensibler Bildung auf Basis eines menschenzentrierten Ansatzes verantwortlich.
CAIS konzentriert sich dabei auf:
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die Untersuchung der Wirksamkeit digitaler Plattformen und Werkzeuge zur Unterstützung von von Trauma betroffenen Studierenden;
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die Entwicklung von Leitlinien für den sicheren und ethisch verantwortungsvollen Einsatz von Bildungstechnologien (EdTech) in traumasensiblen Lernumgebungen;
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die Schulung der Projektpartner zu ethischen Forschungsprinzipien bei der Arbeit mit besonders schutzbedürftigen Gruppen;
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die Umsetzung der DSGVO-Standards sowie von Prinzipien der Datenminimierung;
-
die Anwendung der Living-Lab-Methodik zur gemeinsamen Entwicklung, sicheren Beteiligung und schnellen Erprobung innovativer Bildungsansätze.
Diese Forschung trägt zu einer evidenzbasierten, verantwortungsvollen und nachhaltigen digitalen Hochschulbildung in Krisenzeiten bei und stellt sicher, dass Innovationen ethischen Standards entsprechen und sich an den tatsächlichen Bedürfnissen vulnerabler Lernender orientieren.
CAIS-Forscherin Dr. Tetiana Gorokhova ist Teil des internationalen Konsortiums hinter SAFE LEARN und Vertreterin des CAIS in dem Projekt.

Die Forscherinnen des SAFE-LEARN-Projekts beim Kick-Off an der Public Security Academy of Mykolas Romeris University in Kaunas, Lithuania.
Netzwerk
SAFE LEARN wird von einem internationalen und interdisziplinären Konsortium von Hochschulen umgesetzt. Das Projekt wird von der Mykolo Romerio Universitetas (MRU) in Litauen koordiniert.
Projektpartner:
- Politechnika Śląska, Polen
- Swedish University of Agricultural Sciences (SLU), Schweden
- CAIS gGmbH, Deutschland
- Pryazovskyi State Technical University, Ukraine
- Dmytro Motornyi Tavria State Agrotechnological University, Ukraine
- Kamianets-Podilskyi Ivan Ohiienko National University, Ukraine
- V. N. Karazin Kharkiv National University, Ukraine
- Sumy Makarenko State Pedagogical University, Ukraine
Diese internationale Zusammenarbeit ermöglicht vergleichendes Lernen, die gemeinsame Entwicklung traumasensibler Lehrmethoden sowie den Transfer bewährter Praktiken zwischen unterschiedlichen Hochschulsystemen und Krisenkontexten.