KIKI 2036
Das Projekt KIKI 2036 untersucht, wie Kinder zwischen 8 und 13 Jahren generative KI-Systeme erleben, nutzen und bewerten. Im Mittelpunkt stehen Lern- und Interaktionserfahrungen, Wertebildung und digitale Selbstbestimmung. Auf Grundlage empirischer und partizipativer Forschung entwickelt das Projekt Zukunftsszenarien und Leitlinien für ein verantwortungsvolles Aufwachsen mit Künstlicher Intelligenz (KI) in einer digitalen Gesellschaft.
Projektziele
Sprachassistenten, Chatbots, adaptive Lernplattformen oder KI-basierte Empfehlungssysteme sind inzwischen auch für viele Kinder und Jugendliche feste Bestandteile ihrer digitalen Lebenswelt. Diese Systeme können Freundschaft, Fürsorge oder Anerkennung simulieren. Damit verschiebt sich die Grenze zwischen Technik und sozialer Beziehung: Maschinen übernehmen kommunikative und emotionale Funktionen, die für Entwicklungs- und Sozialisationsprozesse zentral sind. Gleichzeitig entsteht ein Spannungsfeld zwischen der sozialen Zuschreibung von Intelligenz, Emotionalität und Verlässlichkeit einerseits und der technischen Realität dieser Systeme als datengetriebene, fehleranfällige Modelle andererseits – eine Diskrepanz, die für Fragen von Vertrauen, Verantwortung und digitaler Selbstbestimmung zentral ist.
Vor diesem Hintergrund untersucht das Verbundprojekt KIKI 2036, wie junge Menschen (8–13-Jährige) mit generativen KI-Systemen (Large Language Models = LLMs) umgehen und wie dies ihr Aufwachsen prägt – von frühen Lern- und Interaktionserfahrungen bis zu Fragen der Wertebildung und digitalen Selbstbestimmung. Das Projekt untersucht empirisch und partizipativ, wie Kinder KI erleben, deuten und bewerten, und entwickelt darauf aufbauend Zukunftsszenarien und Leitlinien für ein selbstbestimmtes und verantwortungsvolles Aufwachsen mit KI. Ziel ist es empirisch fundiertes und zukunftsorientiertes Wissen bereitzustellen um politische, pädagogische und gesellschaftliche Akteur:innen bei der verantwortungsvollen Gestaltung von KI-Umgebungen zu unterstützen.
„Kinder leben und lieben Technik! Wir wollen herausfinden, wie KI-Agenten Kindheit verändern – und umgekehrt – und, welche Schlüsse sich für Pädagogik und Politik daraus ziehen lassen.“
Paul Luka Sieber
KIKI 2036 - Kindheit im KI-Zeitalter - Identität, Beziehung und Zukunftsfähigkeit
Projektlaufzeit: 06/2026 bis 05/2028
Gefördert vom Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt (BMFTR)
Ansprechpartnerin

Dr. Josephine B. Schmitt
josephine.schmitt@cais-research.de
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Forschungsschwerpunkte am CAIS
Das Teilvorhaben ist im CAIS-Forschungsinkubator angesiedelt und untersucht Zukünfte des digitalen Zusammenlebens. Junge Erwachsene entwerfen in ko-kreativen, partizipativen Workshops – sogenannten Design Fiction Labs – Zukunftsbilder eines sozialen Miteinanders und Lernens mit generativer KI. Ein Schwerpunkt liegt dabei auf der kritischen und reflexiven Auseinandersetzung mit altersgerechten ethischen, sozialen und ökologischen Implikationen neuer Technologien. Ziel ist es, kindliche Zukunftsvorstellungen zum Leben und Lernen mit KI sichtbar, verhandelbar und gestaltbar zu machen.
In jedem Design-Fiction-Lab werden zudem zentrale Prinzipien algorithmischer Entscheidungsfindung altersgerecht eingeführt und reflektiert. Diese vermittelten Grundlagen sollen den Teilnehmenden als Orientierung dienen, um ihre spekulativen Zukunftsentwürfe in Beziehung zu realistischen technologischen Möglichkeitsräumen und Begrenzungen zu setzen. Mithilfe der erhobenen Zukunftsnarrative sollen die von den Kindern zugeschriebenen Grenzen und Möglichkeiten von generativer KI identifiziert werden.
Projektpartner:innen
KIKI 2036 ist ein interdisziplinärer Forschungsverbund, der Medienpädagogik, Bildungsforschung, Ethik, Recht, Zukunftsforschung und zivilgesellschaftliche Praxis systematisch miteinander verknüpft. Ziel ist es, die unterschiedlichen Perspektiven auf das Aufwachsen mit KI in einem gemeinsamen Forschungs- und Transferrahmen zu integrieren.
Die TH Köln / Institut für Medienforschung und Medienpädagogik (IMM) verantwortet die empirische Untersuchung und erschließt Perspektiven junger Menschen auf KI in Alltag und Bildung.
Das Center for Advanced Internet Studies (CAIS) bringt seine Expertise in Foresight und Szenario-Methoden ein, um einerseits Zukunftsbilder und Gestaltungspfade für KI-gestützte Kindheit zu entwickeln, andererseits daraus Hinweise für die Gestaltung von politischen Maßnahmen etwa im Kinder- und Jugendschutz abzuleiten.
Das iRights.Lab steuert rechtliche, ethische und an konkreten politischen Entscheidungsfragen ausgerichtete governance-orientierte Analysen bei, insbesondere zu Kinderrechten, Datenschutz und Verantwortung im KI-Kontext.
Seitenstark ergänzt den Verbund um eine zivilgesellschaftliche und praxisnahe Perspektive, die Partizipation und Transfer in Bildungs- und Medienkontexte sicherstellt.



